Vyšehrad
Festung auf dem Felsen über der Moldau, Schauplatz alter tschechischer Sagen. Mit der Basilika St. Peter und Paul, dem Friedhof bedeutender Tschechen und Blick flussabwärts. Metro C bis Vyšehrad, dann zu Fuß durch den Park zum Tábor-Tor.
Prag nach Vierteln
Fünf historische Städte bilden Prags Zentrum, drumherum liegen Viertel mit Jugendstilhäusern, umgebauten Fabriken und großen Parks. Hier erfährst du, was jedes Viertel ausmacht und wie du hinkommst.

Die Moldau teilt das Zentrum. Am rechten Ufer liegen die Altstadt (Staré Město) mit dem früheren Jüdischen Viertel Josefov und die Neustadt (Nové Město), die Karl IV. 1348 gründete. Am linken Ufer ziehen sich die Kleinseite (Malá Strana) und der Hradschin (Hradčany) mit der Burg den Hügel hinauf. Diese Viertel liegen so nah beieinander, dass du sie zu Fuß verbindest; von der Altstadt über die Karlsbrücke zur Kleinseite sind es nur wenige Minuten.
Viele Viertel außerhalb des Zentrums waren früher eigenständige Vorstädte oder Industriegebiete. Für sie lohnt sich ein halber Tag, und du erlebst Prag dort mit weniger Reisegruppen. Metro und Tram bringen dich hin; Tickets und Linien erklärt die Seite Nahverkehr in Prag.
Haltestellen laut Prager Verkehrsverbund PID, Stand Oktober 2026. Die Metrolinien sind A (grün), B (gelb) und C (rot).
| Viertel | Typisch | Metro / Tram |
|---|---|---|
| Altstadt | Altstädter Ring, Gassen, Clementinum | Staroměstská (A), Můstek (A, B), Náměstí Republiky (B) |
| Josefov | Synagogen, Alter Jüdischer Friedhof | Staroměstská (A), Tram 17, 18 |
| Neustadt | Wenzelsplatz, Nationalmuseum, Karlsplatz | Můstek (A, B), Muzeum (A, C), Karlovo náměstí (B) |
| Kleinseite | Barockpaläste, Kampa, Lennon-Mauer | Malostranská (A), Tram Malostranské náměstí |
| Hradschin | Prager Burg, Loreto, Strahov | Tram 22, 23 bis Pražský hrad oder Pohořelec |
| Vyšehrad | Festung über der Moldau | Vyšehrad (C) |
| Vinohrady | Jugendstilhäuser, Plätze, Parks | Náměstí Míru (A), Jiřího z Poděbrad (A) |
| Žižkov | Fernsehturm, Vítkov, Kneipen | Jiřího z Poděbrad (A), Tram Lipanská |
| Karlín | Umgebaute Industrie, Cafés | Křižíkova (B), Invalidovna (B), Florenc (B, C) |
| Holešovice | DOX, Messepalast, Markthalle | Vltavská (C), Nádraží Holešovice (C), Tram 6, 17 |
| Letná | Park mit Blick auf die Altstadt | Tram Letenské náměstí (1, 8, 12, 25, 26) |
| Smíchov | Anděl, Einkaufszentrum, Brauerei | Anděl (B), Smíchovské nádraží (B) |
| Dejvice | Universitätsviertel, Villen | Dejvická (A), Hradčanská (A) |
Mittelpunkt der Altstadt ist der Altstädter Ring mit Rathaus, Astronomischer Uhr und Teynkirche. Von dort führen verwinkelte Gassen in alle Richtungen: über die Karlsgasse am Clementinum vorbei zur Karlsbrücke, über die Celetná zum spätgotischen Pulverturm und zum Gemeindehaus, einem Hauptwerk des Prager Jugendstils. Am Obstmarkt (Ovocný trh) stehen das klassizistische Ständetheater und das Karolinum, der historische Sitz der Karlsuniversität. In der Celetná steht das kubistische Haus zur Schwarzen Muttergottes von Josef Gočár (1911–1912).
Die Altstadt ist das Viertel mit den meisten Besuchern. Tagsüber sind die Wege zwischen Ring und Brücke voll, früh am Morgen und spät am Abend hast du die Gassen fast für dich. Die Altstadt ist meist eben, das historische Pflaster aber holprig. Was du in einem Tag schaffst, steht bei Prag an einem Tag.

Josefov liegt im Norden der Altstadt und ist nach Kaiser Joseph II. benannt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das alte Ghetto fast vollständig abgerissen. Geblieben sind die Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof, die heute zum Jüdischen Museum gehören. Mitten hindurch führt die Pariser Straße (Pařížská) vom Altstädter Ring zur Moldau. Wichtig für die Planung: Das Museum ist samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen. Alles zu Ticket, Öffnungszeiten und Synagogen steht auf unserer Seite Jüdisches Viertel.
Die Neustadt gründete Karl IV. 1348, sie umschließt die Altstadt im Süden und Osten. Ihr Rückgrat ist der Wenzelsplatz (Václavské náměstí), eigentlich ein 750 Meter langer Boulevard, oben 63 und unten 48 Meter breit. Früher hieß er Rossmarkt. Am oberen Ende stehen das Nationalmuseum (1885–1891) und das Reiterstandbild des heiligen Wenzel von Josef Václav Myslbek, aufgestellt 1912–1913. Der Platz war immer wieder Ort großer Kundgebungen. Heute reihen sich Geschäfte, Banken und Passagen aneinander; zum Bummeln ist die untere Hälfte am angenehmsten, die Fußgängerzone ist.
Weiter südlich liegt der Karlsplatz (Karlovo náměstí), der größte historische Platz Prags, mit dem Neustädter Rathaus aus der Zeit Karls IV. und einem Park in der Mitte. Am Moldauufer steht das Tanzende Haus. In der Neustadt sind auch viele Theater und Museen, siehe Museen in Prag.
Die Kleinseite liegt am linken Ufer zwischen Moldau und Burgberg. Barocke Paläste und Kirchen prägen das Bild, allen voran die St.-Nikolaus-Kirche am Kleinseitner Ring, deren Glockenturm man besteigen kann. Hinter den Mauern der Paläste verstecken sich Gärten, etwa die Vojan-Gärten (Vojanovy sady) mit frei laufenden Pfauen.
Unter der Karlsbrücke liegt die Insel Kampa, vom Festland getrennt durch den Mühlkanal Čertovka; Prag nennt diesen Winkel auch „Prager Venedig“. Gleich daneben steht an der Mauer der Malteser Gärten die Lennon-Mauer. Nach Lennons Tod 1980 malten Prager hier sein Porträt, später kamen Parolen gegen das Regime dazu. Seit der Neugestaltung 2019 ist sie Gedenkort; Schreiben mit Stift oder Kreide ist erlaubt, Sprayen verboten.
Über die Vlašská-Gasse und die Gärten steigst du von der Kleinseite auf den Petřín. Das Pflaster ist hier holprig und oft schräg, die Wege bergauf sind steil.

Der Hradschin ist das Burgviertel auf dem Hügel über der Kleinseite. Den größten Teil nimmt die Prager Burg ein. Westlich davon liegt der Hradschiner Platz (Hradčanské náměstí) mit den Renaissance-Palästen Schwarzenberg und Martinic und einer Terrasse mit Blick über die Stadt. Weiter oben folgen die Wallfahrtskirche Loreto und das Kloster Strahov.
Am bequemsten kommst du mit der Straßenbahn 22 oder 23 hinauf: Haltestelle Pražský hrad für den Nordeingang der Burg, Pohořelec für Strahov und Loreto. Von dort gehst du bergab durch die Burg und weiter zur Kleinseite. Tickets und Führungen findest du auf der Seite Prager Burg Tickets.
Diese Viertel liegen ein paar Metro- oder Tramstationen vom Zentrum entfernt. Hier wohnen und feiern die Prager, Sehenswürdigkeiten gibt es trotzdem.
Festung auf dem Felsen über der Moldau, Schauplatz alter tschechischer Sagen. Mit der Basilika St. Peter und Paul, dem Friedhof bedeutender Tschechen und Blick flussabwärts. Metro C bis Vyšehrad, dann zu Fuß durch den Park zum Tábor-Tor.
Benannt nach den Weinbergen, die Karl IV. im 14. Jahrhundert anlegen ließ. Prächtige Fassaden, Baumalleen und Parks. Am Friedensplatz (Náměstí Míru) stehen die neugotische Ludmilakirche und das Theater Vinohrady, am Platz Jiřího z Poděbrad die Herz-Jesu-Kirche von Jože Plečnik; dort ist oft Bauernmarkt. Im Garten Grébovka wächst ein Weinberg.
Viertel mit vielen Kneipen, Bars und Kulturclubs, darunter der Palác Akropolis. Der Fernsehturm (216 m, 1985–1992 gebaut) mit den krabbelnden Babys von David Černý hat eine Aussichtsetage in 93 m Höhe. Auf dem Vítkov-Hügel steht das Nationaldenkmal mit dem Reiterstandbild Jan Žižkas, Dachterrasse gegen Eintritt.
Früher Industrievorstadt, nach dem Hochwasser 2002 neu belebt: breite Straßen, renovierte Jugendstilhäuser, umgebaute Fabriken wie das Forum Karlín von Ricardo Bofill, viele Cafés an der Křižíkova. Am Karlínské náměstí stehen die Kirche St. Kyrill und Method mit zwei 78 Meter hohen Türmen und an den Kaizl-Gärten das barocke Invalidenhaus. Ein 300 Meter langer Fußgängertunnel führt hinüber nach Žižkov.
Ehemaliges Fabrik- und Hafenviertel mit Galerien und Designläden. Im Messepalast (1928) zeigt die Nationalgalerie moderne Kunst, unter anderem Picasso, van Gogh und Klimt. Das DOX zeigt Gegenwartskunst und hat das 40 Meter lange Luftschiff Gulliver auf dem Dach. Im alten Schlachthof (Pražská tržnice) ist in Halle 22 Prags größter Gemüsemarkt. Nebenan liegt der Park Stromovka.
Hochebene über der Altstadt mit dem 25 Hektar großen Letná-Park. Vom Hanavský-Pavillon und vom Metronom, das an der Stelle des früheren Stalin-Denkmals steht, schaust du auf die Brücken der Moldau. Am Letná-Schlösschen gibt es einen großen Biergarten, daneben ein Karussell aus den 1890er Jahren und das Technische Nationalmuseum.
Südlich der Kleinseite am linken Ufer. Rund um die Metrostation Anděl liegt das Einkaufszentrum Nový Smíchov mit etwa 170 Geschäften und Kino. Im Besucherzentrum der Brauerei Staropramen dauern Führung und Verkostung rund 50 Minuten. Vom Kinský-Garten führen Wege hinauf zum Petřín.
Nach 1918 als gehobenes Wohnviertel der neuen Tschechoslowakei rund um den Siegesplatz (Vítězné náměstí) geplant, heute Universitäts- und Studentenviertel. Im benachbarten Střešovice steht die Villa Müller von Adolf Loos (1928–1930), Besuch nur mit Führung und Voranmeldung.
Viele Orte in Vinohrady, Karlín, Holešovice und auf Letná kosten nichts und sind auch am Wochenende entspannt. Weitere Ideen sammelt unsere Seite Abseits der Massen.

Altstadt, Josefov, Neustadt, Kleinseite und Hradschin. Sie liegen nah beieinander und lassen sich zu Fuß verbinden.
Von den zentralen Vierteln ist die Kleinseite abseits der Hauptachse zur Burg ruhiger als die Altstadt. Außerhalb des Zentrums sind Vinohrady, Letná und Karlín entspannter.
Mit der Metro A bis Náměstí Míru oder Jiřího z Poděbrad. Vom Nationalmuseum am Wenzelsplatz kannst du auch zu Fuß gehen.
In Žižkov, in den Mahler-Gärten. Die nächste Metrostation ist Jiřího z Poděbrad (Linie A).
Mit der Tram 22 oder 23 bis Pražský hrad, oder mit der Metro A bis Malostranská und dann zu Fuß bergauf.
In der Altstadt rund um den Ring, in Žižkov mit seinen vielen Kneipen und in Vinohrady. Bars stellt unsere Seite Bars in Prag vor.
In Holešovice, in einer umgebauten Fabrik. Der Messepalast der Nationalgalerie liegt im selben Viertel.