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Josefov

Jüdisches Viertel in Prag: Synagogen, Alter Friedhof und Museum

Im ehemaligen Jüdischen Viertel (Josefov) stehen die älteste noch genutzte Synagoge Europas, die Gedenkstätte in der Pinkas-Synagoge und ein Friedhof, auf dem von 1439 bis 1787 beerdigt wurde.

  • Ein Ticket für vier Synagogen und den Friedhof
  • Ticket gilt an drei aufeinanderfolgenden Öffnungstagen
  • Samstags und an jüdischen Feiertagen geschlossen
  • Drei Minuten von der Metro Staroměstská

ab66,00 €pro Person

Führung auf Deutsch ansehen
Bewertung 4,7 von 54,7
4.532 Bewertungen
Buchung über GetYourGuide
Verwitterte Grabsteine zwischen Efeu und Gras auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Prag

Lage und Anfahrt nach Josefov

Josefov liegt im Norden der Altstadt zwischen dem Altstädter Ring und der Moldau. Von den Gassen des früheren Ghettos ist wenig übrig: Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Viertel fast vollständig abgerissen und neu bebaut. Erhalten blieben einige Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof. Heute führt die Pariser Straße (Pařížská) mitten durch das Viertel.

Die Synagogen und der Friedhof gehören zum Jüdischen Museum in Prag. Das Museum ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein Rundgang durch mehrere Orte, die nah beieinander liegen. Die Altneusynagoge verwaltet die Jüdische Gemeinde Prag; sie ist aber im selben Ticket enthalten.

Anfahrt laut Museum: Die Metrostation Staroměstská (Linie A, Straßenbahn 17 und 18, Bus 194 und 207) liegt drei Gehminuten entfernt. Vom Altstädter Ring sind es fünf Minuten, von der Karlsbrücke zehn. Mit dem Auto rät das Museum ab; der nächste bezahlte Parkplatz liegt unter der Čech-Brücke (Čechův most) am Edvard-Beneš-Ufer. Mehr dazu auf der Seite Parken in Prag.

Ein Ticket für alle Synagogen und den Friedhof

Du brauchst kein Ticket pro Synagoge. Das Grundticket des Jüdischen Museums gilt für alle gerade geöffneten Orte: Maiselsynagoge, Pinkas-Synagoge, Altneusynagoge, Spanische Synagoge und den Alten Jüdischen Friedhof. Seit dem 1. Januar 2024 gibt es für die Altneusynagoge kein eigenes Ticket mehr. Ältere Reiseführer, die ein zweites Ticket nennen, sind in diesem Punkt überholt.

Einzelbesucher und Familien können das Ticket an drei aufeinanderfolgenden Öffnungstagen nutzen, jeden Ort aber nur einmal betreten. So kannst du den Friedhof und zwei Synagogen am Nachmittag besuchen und den Rest am nächsten Morgen. Für den ganzen Rundgang rechnet das Museum mit zwei bis drei Stunden.

Tickets gibt es online beim Museum und an den Kassen in der Spanischen, Pinkas- und Maiselsynagoge sowie im Besucherzentrum in der Maiselova 15. Der Verkauf endet 30 Minuten vor Schluss. Mit dem Prague Visitor Pass ist der Eintritt frei; die Bonus-Tickets stellt nur das Besucherzentrum aus.

Einen Audioguide auf Deutsch leihst du im Besucherzentrum und am Eingang von Pinkas-Synagoge und Friedhof. Er hat 80 Stationen, dauert rund zwei Stunden und kostet 250 CZK für Erwachsene. Die offiziellen Führungen des Museums laufen auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Wer eine deutschsprachige Führung möchte, bucht sie bei einem privaten Veranstalter (siehe unten).

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Offizielle Angaben des Jüdischen Museums, Stand Oktober 2026.

Wert
Erwachsene600 CZK
Studierende unter 26400 CZK
Kinder 7–15 Jahre200 CZK
Kinder bis 6 Jahrefrei
Inhaber eines Schwerbehindertenausweises100 CZK (Begleitperson frei)
Synagogen und Friedhof, 1. September bis 17. Oktober 20269–18 Uhr
Synagogen und Friedhof, 18. Oktober bis 31. Dezember 20269–16:30 Uhr
Synagogen und Friedhof, 1. Mai bis 31. August9–19 Uhr
Altneusynagoge, 18. Oktober bis 31. Dezember 20269–17 Uhr
24. Dezember 20269–14 Uhr
Geschlossensamstags und an jüdischen Feiertagen

Die Altneusynagoge schließt laut Museum in der Regel eine Stunde vor Beginn des Schabbats, freitags also früher. Die Feiertage mit Schließung veröffentlicht das Museum für jedes Jahr auf seiner Website; für 2026 waren es Tage um Pessach, Schawuot, Rosch ha-Schana, Jom Kippur, Sukkot und Simchat Tora.

Altneusynagoge (Staronová synagoga)

Die Altneusynagoge wurde im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts gebaut, von Steinmetzen der königlichen Bauhütte, die zur selben Zeit am nahen Agneskloster arbeiteten. Sie ist die älteste erhaltene Synagoge Europas und seit über 700 Jahren die Hauptsynagoge der Prager Gemeinde. Bis heute finden hier Gottesdienste statt.

Zuerst hieß sie Neue oder Große Schul. Als im späten 16. Jahrhundert weitere Synagogen entstanden, setzte sich der Name „Altneu“ (Altneuschul) durch. Eine Legende deutet den Namen anders: Engel hätten die Grundsteine aus dem zerstörten Tempel in Jerusalem gebracht, „unter der Bedingung“ (hebräisch al tenai), dass sie nach dem Wiederaufbau des Tempels zurückgegeben werden.

Innen siehst du gotische Gewölbe und die historische Einrichtung, darunter den Platz, an dem Rabbi Löw (der Maharal) saß.

Altneusynagoge in Prag mit gotischem Backsteingiebel
© Atmosphere1 / Shutterstock.com

Pinkas-Synagoge, Gedenkstätte für die Opfer der Schoa

Die Pinkas-Synagoge in der Široká 3 ist die zweitälteste erhaltene Synagoge Prags. Die Familie Horovitz ließ sie 1535 im spätgotischen Stil erweitern; ihr Name geht vermutlich auf Rabbi Pinkas Horovitz zurück.

Zwischen 1955 und 1960 gestalteten die Maler Václav Boštík und Jiří John den Raum zur Gedenkstätte für die jüdischen Opfer der Schoa aus Böhmen und Mähren. An den Wänden stehen die Namen von fast 80.000 Ermordeten. Neben dem Toraschrein sind die Ghettos und Lager verzeichnet, in die die Transporte gingen. Nach der sowjetischen Invasion 1968 war die Gedenkstätte über zwanzig Jahre geschlossen und wurde erst 1995 nach einer Rekonstruktion wieder geöffnet. An einem digitalen Terminal kannst du nach Namen suchen.

Im Obergeschoss zeigt das Museum Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt aus den Jahren 1942 bis 1944. Die Sammlung umfasst 4.387 Zeichnungen und steht seit 2025 im UNESCO-Register „Gedächtnis der Welt“. Durch Theresienstadt kamen mehr als 10.000 Kinder unter 15 Jahren. Wer die Gedenkstätte in Terezín selbst besuchen möchte, findet alles Nötige auf unserer Seite Theresienstadt.

Die Pinkas-Synagoge ist ein Ort der Stille. Gespräche führst du besser draußen.

Namen der Opfer an den Innenwänden der Pinkas-Synagoge in Prag
© Pyty / Shutterstock.com

Der Alte Jüdische Friedhof

Der Friedhof wurde von 1439 bis 1787 genutzt und zählt zu den ältesten erhaltenen jüdischen Begräbnisstätten Europas. Mehr als 12.000 Grabsteine stehen dicht an dicht. Weil das Ghetto keinen Platz zum Erweitern hatte und Gräber nach jüdischem Brauch nicht aufgelöst werden, wurde übereinander bestattet, nach Angaben mancher Forscher in bis zu zehn Schichten.

An den Steinen lässt sich die Zeit ablesen: Aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen dunkle Sandsteinplatten mit tief eingeschnittenen hebräischen Inschriften, ab dem 17. Jahrhundert folgen weißer und rötlicher Marmor mit Reliefschrift. Symbole erzählen von den Toten: segnende Hände für Kohanim, ein Krug für Leviten, Tiere für Familiennamen wie Löw (Löwe), Hirsch oder Wolf.

Das meistbesuchte Grab ist das Renaissance-Grabmal von Rabbi Löw (gestorben 1609). Besucher legen kleine Zettel mit Wünschen hinein. Hier liegt auch David Gans (gestorben 1613), Gelehrter am Hof Rudolfs II. und Freund von Tycho Brahe und Johannes Kepler. Der Eingang liegt bei der Pinkas-Synagoge in der Široká 3. Für den Friedhof rechnet das Museum mit etwa 30 Minuten. Die Wege sind uneben, rollstuhlgerecht ist nur ein Teil (Zugang von der Straße U Hřbitova).

Dicht stehende Grabsteine auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Prag
© MillaF / Shutterstock.com

Spanische, Maisel- und Klausensynagoge

Spanische Synagoge

Gebaut 1868 an der Stelle der ältesten Synagoge des Ghettos (Altschul), die maurische Ausmalung nach Vorbild der Alhambra entstand 1882–1883. Ausstellung zur jüdischen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert mit Kafka, Freud und Mahler; oft Konzerte. Vězeňská 1, mit Plattformlift. Vor der Synagoge steht die Kafka-Statue von Jaroslav Róna.

Maiselsynagoge

Gestiftet von Mordechai Maisel, dem Bürgermeister der Judenstadt unter Rudolf II., gebaut 1590–1592. Nach dem Ghettobrand 1689 um ein Drittel kürzer wieder aufgebaut. Ausstellung zur jüdischen Geschichte in Böhmen und Mähren vom 10. bis 18. Jahrhundert, mit Originalschriften von Rabbi Löw. Maiselova 10, rollstuhlgerecht.

Klausensynagoge

Die größte Synagoge des früheren Ghettos, frühbarock, 1694 gebaut. An ihrer Stelle stand eine Talmudschule von Rabbi Löw. Sie wird umgebaut und soll spätestens 2028 mit einer neuen Ausstellung zu Bräuchen und Traditionen öffnen; bis dahin zeigt sie zeitweise Sonderausstellungen.

Tausend Jahre jüdisches Prag

Jüdische Kaufleute ließen sich etwa im 10. Jahrhundert in Prag nieder. Im Mittelalter wuchs daraus eine eigene Judenstadt (Židovské Město) mit Synagogen, Schulen, Gericht und Toren. Phasen der Blüte wechselten mit Verfolgung, Pogromen und Vertreibungsversuchen. Das Jüdische Museum betont, dass das religiöse Leben in Prag in tausend Jahren dennoch nie abriss; zeitweise war die Gemeinde eine der größten Europas.

Als „goldenes Zeitalter“ gilt die Regierungszeit Rudolfs II. um 1600. Damals wirkten Rabbi Juda Löw ben Bezalel, genannt Maharal, und Gelehrte wie David Gans, und Mordechai Maisel finanzierte Synagogen, das Jüdische Rathaus und die Pflasterung der Gassen. Die Reformen Kaiser Josephs II. in den 1780er Jahren verbesserten die Rechtsstellung der Juden; als das Ghetto Teil der Stadt wurde, bekam es seinen Namen: Josefov.

Ende des 19. Jahrhunderts ließ die Stadt das dicht bebaute Viertel im Zuge der „Assanierung“ fast vollständig abreißen. 1906 wurde das Jüdische Museum gegründet, um das jüdische Erbe Böhmens und Mährens zu bewahren. Während der deutschen Besatzung dienten Synagogen als Lager für beschlagnahmtes jüdisches Eigentum. Die Sammlung des Museums zählt heute zu den größten Judaica-Sammlungen außerhalb Israels.

Die Legende vom Golem

Um Rabbi Löw rankt sich die bekannteste Prager Sage: Er soll aus Lehm einen künstlichen Menschen, den Golem, geformt und zum Leben erweckt haben, um die Gemeinde zu schützen. Die Überreste des Golems lägen auf dem Dachboden der Altneusynagoge. Eine andere Legende erzählt, Engel in Gestalt von Tauben hätten die Synagoge mit ihren Flügeln vor den Bränden im Ghetto bewahrt. Beides sind Legenden, keine belegte Geschichte. Prags Sagen und Gespenstergeschichten erzählen auch Stadtführungen.

Stadtführungen auf Deutsch

Führungen und Tickets mit Einführung

Der Treffpunkt aller Angebote hier ist das Büro eines Prager Veranstalters in der Maiselova 5, gleich bei der Maiselsynagoge. Die Eintritte für das Museum sind jeweils enthalten.

Rundgang mit Eintritt

Rundgang mit Eintritt

4,7 · 4.532 Bewertungen

⏱ 2,5 Stunden🗣 Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Geführter Rundgang mit lizenziertem Guide, laut Anbieter auch auf Deutsch. Enthalten sind die Eintritte in Maisel-, Pinkas-, Spanische und Altneusynagoge sowie in den Alten Jüdischen Friedhof. Keine Touren samstags und an jüdischen Feiertagen.

ab 66,00 €

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Denkmäler und Führung

Denkmäler und Führung

4,8 · 97 Bewertungen

Zweieinhalbstündige Führung durch Josefov mit Eintritt in die fünf Orte des Museumsrundgangs. Laut Anbieter auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch, Beginn um 10 Uhr.

ab 66,00 €

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Ticket mit Einführung

Ticket mit Einführung

4,6 · 50 Bewertungen

Eintritt in die Synagogen und den Friedhof mit einer 20-minütigen Einführung im Freien auf Englisch, danach gehst du allein weiter. Ein Audioguide per App ist laut Anbieter optional, auch auf Deutsch.

ab 48,00 €

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Tickets und Audioguide

Tickets und Audioguide

4,6 · 5 Bewertungen

Eintritt in Friedhof sowie Maisel-, Pinkas-, Altneu- und Spanische Synagoge, dazu laut Anbieter eine 20-minütige Einführung auf Englisch und ein optionaler Online-Audioguide, unter anderem auf Deutsch.

ab 45,60 €

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Respektvoll besuchen

  1. Kleidung

    Das Museum bittet um angemessene Kleidung mit bedeckten Schultern. Männern wird empfohlen, die angebotene Kippa zu tragen.

  2. Wenig Gepäck

    Gepäck über 30 Liter ist nicht erlaubt, und das Museum hat keine Gepäckaufbewahrung. Schließfächer gibt es an den großen Bahnhöfen und Busbahnhöfen. Am Eingang gibt es Sicherheitsschleusen und Taschenkontrollen.

  3. Fotografieren

    Für private Zwecke darfst du fotografieren, ohne Blitz, Zusatzlicht und Stativ. Filmen auf dem Friedhof braucht eine Genehmigung.

  4. Richtige Uhrzeit

    Am vollsten ist es laut Museum zwischen 11 und 15 Uhr. Komm am frühen Vormittag oder nach 15 Uhr, und plane keinen Besuch für Samstag. Die Synagogen sind auch bei schlechtem Wetter ein guter Plan, mehr Ideen stehen bei Prag bei Regen.

Häufige Fragen zum Jüdischen Viertel

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