Die Uhr an der Südseite des Rathausturms wurde 1410 von Uhrmacher Mikuláš z Kadaně gebaut und später von Hanuš z Růže verbessert. Sie gehört zu den ältesten noch funktionierenden astronomischen Uhren der Welt; Prague City Tourism nennt sie das älteste funktionierende Uhrwerk der Welt.
Oben öffnen sich zu jeder vollen Stunde zwei Fenster, und die zwölf Apostel ziehen vorbei, jeder mit seinem Attribut: Petrus mit dem Schlüssel, Matthäus mit der Axt, Johannes mit dem Kelch. Prague City Tourism nennt den Zeitraum von 9 bis 23 Uhr (an einer Stelle schon ab 8 Uhr). Die Holzfiguren stammen von Vojtěch Sucharda aus dem Jahr 1948, weil die älteren Figuren im Mai 1945 verbrannten.
Seitlich bewegen sich vier Figuren mit: Der Tod (ein Skelett) zieht am Glockenseil und läutet das Schauspiel ein. Der Türke schüttelt den Kopf, der Geizige wackelt mit dem Geldbeutel, der Eitle betrachtet sich im Spiegel. Wenn sich die Fenster schließen, kräht der Hahn, und die Turmglocke schlägt die Stunde.
Das große Zifferblatt zeigt vier Zeiten gleichzeitig: mitteleuropäische Zeit, altböhmische Zeit (der Tag begann mit Sonnenuntergang), babylonische Zeit (Stunden zwischen Sonnenauf- und -untergang, im Sommer länger als im Winter) und Sternzeit. Darunter liegt die Kalenderscheibe mit den Monatsbildern von Josef Mánes von 1865. Am Rathaus hängt eine Kopie von 1946; das Original bewahrt das Museum der Hauptstadt Prag.
Ein Tipp aus der Praxis: Der Umzug dauert nur kurz, und zur vollen Stunde steht vor der Uhr ein dichter Pulk. Wer die Figuren in Ruhe sehen will, stellt sich etwas seitlich zum Haus „Zur Minute“ (U Minuty) oder schaut von innen: Beim Rundgang A durch die historischen Säle siehst du die Apostel aus der Kapelle heraus.